Auch dies geht vorbei. Ist das so? Mag sein…

Metaphern sind wie abstrakte Kunst: Jeder sieht etwas anderes, aber alle haben recht. Ich stelle dir hier meine „Wahrheiten“ vor. Eckhart Tolle beschreibt drei Geschichten in seinen zwei Büchern „Leben im Jetzt“ und „Eine neue Erde“. Ich habe diese kurz zusammengefasst und in den Kontext einer Beziehung gesetzt. Viel Spaß!

Auch dies geht vorbei

Es gab einmal einen König, der seine Weisen beauftragte, den schönsten Ring zu schmieden und darauf die wichtigste Weisheit so kurz zu fassen, dass sie auf den Ring passen würde. Die Weisen grübelten Tag und Nacht, doch sie konnten keine ihrer wichtigen Weisheiten so kurz fassen, dass sie auf den Ring passen würde. Da kam ein Bettler zum König und sagte: “Mein König, ich habe dir keinen schönen Ring zu bieten, doch kann ich dir dies hier überreichen. Stecke dieses kleine Pergament unter einen deiner schönsten Ringe und du wirst in Zeiten größter Not erkennen, dass es mehr Reichtum enthält, als alle deine Schätze. Aber verspreche mir, das Pergament erst zu lesen, wenn du alles verloren hast.”

So versprach der König dem Bettler, eben jenes Pergament erst zu lesen, wenn alles verloren schien. Und so kam es, dass das benachbarte Land Krieg über das Königreich brachte. Die Armeen des Königs wurden zerschlagen, die Städte und Schätze geplündert und der König ins Exil vertrieben. Da erinnerte sich der König an das Pergament unter seinem Ring. Er zog es heraus und las: “Auch dies geht vorbei.” Da überkam den König ein innerer Frieden. Es überkam ihn die Erkenntnis, dass nichts auf der Welt Bestand habe und alles vergänglich ist.

Und so kam es wieder, dass der König neuen Mut fasste, eine Armee rekrutierte und siegreich sein Land zurückeroberte. Als er voller Stolz und Freude durch die Hauptstadt zog, um seinen Erfolg zu feiern, erkannte er den Bettler wieder. Er lud ihn in seine Kutsche ein und versprach ihm sein Gewicht in Gold aufzuwiegen. Da antwortete der Bettler: “Mein König, auch ich war einst ein König, aber ich vergass, auch in Zeiten des Erfolges, mich an die Weisheit zu erinnern. Schau auf das Pergament und erinnere dich an die Weisheit.” Der König holte den Zettel heraus und las wieder: “Auch dies geht vorbei”. Der König verstand nicht und bot dem Bettler an, das Königreich welches er scheinbar verloren hatte, für ihn zurückzuerobern. Er dachte, der Bettler wolle wieder ein König sein. Doch der Bettler antwortete ihm: “Mein König, du kannst mir nichts mehr geben. Ich besitze nichts und habe dadurch alles. ” Da verstand der König und es erfüllte ihn die gleiche Ruhe und innere Stille, wie am Tage, als er alles verloren hatte.

Ist das so?

Diese Geschichte Zitiere ich direkt aus Eckharts Tolle “Eine neue Erde” (S. 210): „In einer Stadt in Japan lebte ein Zenmeister Hakuin. Er war hoch geachtet, und die Menschen strömten zu ihm, um sich spirituell belehren zu lassen. Nun geschah es, dass die junge Tochter seines Nachbarn schwanger wurde. Als ihre verärgerten Eltern sie ausschimpften und sie dazu drangen, zu erzählen, wer der Vater des Kindes sei, antwortete sie ihnen schließlich, es sei Hakuin, der Zenmeister. Da liefen die Eltern voller Entrüstung zu Hakuin, machten ihm Vorwürfe und erzählten ihm empört, dass ihre Tochter ihnen gestanden hätte, er sei der Vater des Kindes. Alles, was er darauf entgegnete, war: „Ist das so?“

Der Skandal verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Stadt und über die Stadtgrenzen hinaus. Der Meister verlor seinen guten Ruf. Ihn störte das nicht. Niemand suchte ihn mehr auf. Auch das berührte ihn nicht. Als das Kind geboren war, brachten es die Eltern zu ihm. „Ihr seid der Vater, also kümmert Euch auch darum.“ Der Meister nahm sich liebevoll des Kindes an.

Ein Jahr später gestand die Kindesmutter ihren Eltern reuevoll, dass der wirkliche Vater des Kindes der junge Mann aus dem Fleischerladen sei. Vollkommen zerknirscht gingen die Eltern erneut zu Hakuin, um sich zu entschuldigen und seine Vergebung zu erbitten. „Es tut uns aufrichtig leid, Wir sind gekommen, um das Kind abzuholen. Unsere Tochter hat uns gestanden, dass Ihr gar nicht der Vater seid.“ „Ist das so?“, soll Hakuin gesagt und ihnen den Säugling zurückgegeben haben.

Der Zenmeister hat auf Lüge und Wahrheit, schlechte und gute Nachrichten genau gleich reagiert: „Ist das so?“ Er lässt den Augenblick in der Form zu, die er gerade hat, ob gut oder schlecht, und wird deshalb nicht in das menschliche Drama hineingezogen.“

Mag sein

Auch diese Geschichte Zitiere ich direkt aus dem Buch (S. 207): “Die Geschichte [handelt]  vom Weisen, der in der Lotterie ein teures Auto gewann. Seine Familie und seine Freunde freuten sich für ihn und kamen, um mit ihm zu feiern. „Ist das nicht wunderbar?“, sagten sie. „Du bist ein Glückspilz!“ Der Mann lächelte und sagte: „Mag sein.“

Ein paar Wochen lang machte es ihm Freude, mit dem Auto herumzufahren. Dann stieß eines Tages auf einer Kreuzung ein betrunkener Autofahrer mit ihm zusammen, und er musste mit zahlreichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Seine Angehörigen und die Freunde besuchten ihn dort und sagten: „Das war aber wirklich Pech!“ Wieder lächelte der Mann und sagte: „Mag sein.“

Eines Nachts, während er noch im Krankenhaus lag, wurde sein Haus von einem Erdrutsch ins Meer gerissen. Am nächsten Morgen kamen die Freunde und sagten: „Hast du ein Glück gehabt, dass du unterdessen hier im Krankenhaus warst!“ Wieder sagte er: „Mag sein.“

Das „Mag sein“ des Weisen steht für die Weigerung, etwas, das geschieht, zu bewerten. Statt es zu bewerten, akzeptiert er es und fügt sich dadurch bewusst in eine höhere Ordnung ein. Er weiß, dass mit dem Verstand meist nicht zu begreifen ist, welchen Stellenwert ein scheinbar zufälliges Ereignis im Geflecht des Ganzen einnimmt und welchen Sinn es hat.“

Und die Moral von der Geschicht´?

Wenn du dir diese drei Geschichten aufmerksam durchliest wird dir vielleicht aufgefallen sein, dass alle drei Geschichten etwas gemeinsam haben. Wenn man es analytisch mit dem Verstand betrachtet, könnte man meinen, dass die Geschichten darauf abzielen, die Gefühlswelt zu beherrschen und die Dinge einfach so hinzunehmen. Der König nimmt den Verlust seines Königreichs hin, der Zenmeister die Anschuldigungen und der Glückspilz die Ereignisse, die ihm wiederfahren.

Ich möchte dir aber zeigen, dass diese Geschichten sich sehr wohl ähneln aber trotzdem unterscheiden. Der König der sein Königreich verliert und dann die Weisheit erkennt, es dann wiedergewinnt und die Weisheit aber auch dann wiedererkennt arbeitet den Punkt der Anhaftung heraus. Alle Dinge sind vergänglich, ob dir nun Gutes wiederfährt oder aber auch Schlechtes.

Der Zenmeister bleibt trotz aller Anschuldigungen und Anfeindungen ruhig. Dies verdeutlicht die Wichtigkeit der Widerstandslosigkeit. Die Menschen um ihn herum interpretieren die Situationen und versuchen dem Zenmeister ihre Sicht der Dinge überzustülpen. Würde sich der Zenmeister gegen diese Anschuldigungen wehren, entstünde ein klassischer Streit, da die Anfeindungen der Eltern auf Widerstand stoßen würden. Der Zenmeister aber nimmt die Dinge so, wie sie sind. Auch als ihm das Kind wieder weggenommen wurde (auch hier passt der Spruch der vorhergehenden Geschichte) zeigt er keinen Widerstand und kann die Situation so nehmen, wie sie ist.

Die Geschichte mit dem vermeintlichen Glückspilz zeigt die Gabe der Urteilsfreiheit. Eine Situation als gut oder schlecht zu bewerten ist aus logischer Sicht einfach, da wir der Meinung sind, alle Informationen zu haben. Selbst wenn wir nicht alle Informationen haben, bilden wir uns ein Urteil. War der Autounfall des Glückspilzes nun “gut” oder “schlecht”? Sicher, er lag im Krankenhaus, doch behielt dadurch sein Leben, da sein Haus in den Abgrund stürzte. Diese Haltung setzt voraus, ein „Vertrauen“ in eine höhere Ordnung zu haben. Ich spreche hier bewusst nicht von “Gott” oder “Schicksal”. Ich halte es da, wie Aldous Huxley und glaube einfach an eine höhere Ordnung. Es ist aber natürlich dein gutes Recht, an nichts zu glauben und die Welt als deterministisch zu betrachten. Oder aber wie du es willst! Schließlich bin ich nicht dein Vater! Nur ein Text.

Wir haben drei wichtige Wegweiser aus diesen Geschichten herausgearbeitet: die Anhaftungslosigkeit, die Widerstandslosigkeit und die Urteilsfreiheit.

Im Kontext einer Beziehung

Wie kannst du diese drei Wegweiser in dein alltägliches Beziehungsleben einfließen lassen?

Anhaftungslosigkeit

Dein Verstand wird sich gegen das, was ich gleich schreiben werde, wehren. Lass ihn erst einmal prozessieren und übe dich in Urteilsfreiheit: Messe deiner Beziehung nicht die große Bedeutung zu, die sie vermeintlich hat! Ja, ich hab es geschrieben. Lass’ dir diesen Satz nochmals auf der Zunge zergehen…

Wie meine Ich das? Deine Beziehung zu deinem Partner wird auf einer weltlichen Ebene früher oder später enden. Sei es durch Trennung oder durch altersbedingtes oder vorzeitiges Sterben (schnell auf Holz Klopfen!). Das heißt jetzt nicht, so zu leben, als ob dir dein Partner egal ist oder du den schönen Momenten während der Beziehung ihre Schönheit absprichst. Vielleicht hast du an dir selbst schon mal beobachtet, dass gewisse Situationen deine Gefühlswelt immens triggern können, sowohl positiv als auch negativ. Ein Beispiel aus meinem Leben:

Ich war gerade frisch getrennt und war auf einer Hochzeit zu Gast. Ich sah ein Mädchen, von der ich mir einbildete, sie sei die schönste Frau auf der ganzen Welt. Ich “verliebte” mich noch am selben Abend in sie. Und sie scheinbar in mich. Wir hatten einen tollen Abend. Für mich war klar, ich wolle sie wiedersehen. Eine Woche später war ich in einer fremden Stadt und sie wollte mich dort besuchen kommen. Ich war so unendlich aufgeregt: “Diese wunderbare Frau kommt extra wegen mir hierher gefahren. Da muss ich aber so richtig einen raushauen!” So kam es, dass ich sie in ein sehr teures und feines Restaurant einlud. Ich wollte ihr einfach das Beste bieten, was ich bieten konnte. Ich kaufte mir sogar extra Schuhe, Hose und Hemd, um perfekt auszusehen. Es lief mehr oder weniger glatt. Ich explodierte förmlich, als es zum Kuss kam. Meine ganze Aufregung verwandelte sich in ein Meer an vermeintlich positiven Gefühlen, was mich wellenförmig überkam. Ich wollte buchstäblich meine “Gefühle” für sie von einem Kirchturm schreien. Das alles ging noch eine Weile so.

Bis sie schluss machte. Mit dem Tenor, dass ich sie immer wieder zu der Beziehung gedrängt hätte. Im Klartext heißt das für mich aus heutiger Sicht: Ich wollte es zu sehr! Ich war am Boden zerstört. Ich war wirklich fertig.

In Verbindung mit der Geschichte mit dem König, wäre meine Beziehung zu dieser Frau vielleicht anders gelaufen, hätte ich am Tag des Kennenlernens ebenfalls ein Pergament gehabt, auf dem gestanden hätte: “Auch dies geht vorbei.” Ich haftete dieser Beziehung so sehr an, ich wollte es so unbedingt, dass dieses Wollen die Kontrolle über mich übernahm. Hätte ich mir in diesem Moment klar gemacht, dass nichts auf dieser Welt für immer ist, hätte ich vielleicht den Abstand zu der Situation bekommen, den ich gebraucht hätte, damit diese Beziehung Raum zum Wachsen blieb.

Widerstandslosigkeit

Die Widerstandslosigkeit lässt sich am einfachsten in der Theorie erklären und am schwierigsten in der Praxis umsetzen: Versuche das nächste mal, wenn du und dein Partner streiten, nicht auf die offensichtlichen oder subtilen Anfeindungen deines Partners zu reagieren (das funktioniert übrigens nicht nur bei deinem Partner), sondern diese einfach hinzunehmen. Gib der Aggression deines Partners keine Projektionsfläche und sie verpufft in dem Raum, wo sie eigentlich entstünde. Und genau da liegt die Krux. Es ist unglaublich schwer in einem hitzigen Gespräch ruhig zu bleiben und die Aggressionen zu übergehen. Wir sind meines Erachtens sogar darauf konditioniert, auf Aggressionen mit Abwehr zu reagieren, da unser Ego befürchtet, im Wert herabgesetzt zu werden. Interpretierst du aber die Anfeindungen deines Partners nicht als Anfeindungen deines Partners, sondern als Anfeindungen seines Egos, kannst du dir bewusst machen, dass dein Partner gerade nicht versucht dich zu verletzen, sondern nur seinen Gefühlen Ausdruck verleiht.

Dir wird vielleicht auffallen, dass es dir, obwohl du es dir fest vorgenommen hast, nicht gelingen wird, in einem Streitgespräch widerstandslos zu bleiben. Hier möchte ich dir den Tip geben: Fang an zu meditieren! In meiner Welt ist die Meditation ein sehr mächtiger Gehilfe, deine Konditionierungen zu “überschreiben”. Ich habe an mir selbst beobachtet, dass eine Meditation gepaart mit Affirmationen (kurze Sätze, die man laut oder im Geiste immer wieder wiederholt, z.B.: Ich bleibe in Streitgesprächen mit meinem Partner ruhig und gelassen) sehr zielführend sein können.

Urteilsfreiheit

Wenn du dir bereits mein Video zum Thema “Zuhören in Beziehungen” angeschaut hast, weist du, dass ich grundsätzlich zwischen zwei Formen des Zuhörens unterscheide: das Zuhören mit dem Verstand und das Zuhören mit dem Herzen. Es liegt nahe, dass die Urteilsfreiheit eng mit der Widerstandslosigkeit verknüpft ist: dadurch, dass du die gesagten Dinge nicht analysierst, nicht auswertest und vor allen Dingen nicht BEWERTEST, steht das Gesagte als solches im Raum und eben nicht deine Interpretation des Gesagten.

Nimm als Beispiel folgende Situation: ein Pärchen ist schon seit mehreren Jahren zusammen. Seit einiger Zeit läuft es nicht mehr so gut zwischen den beiden. Sonntag Abends vor dem Fernseher erhält Erik eine Nachricht. Auf dem Handydisplay sieht Sandra das Profilbild einer Frau. Erik ließt die Nachricht und grinst in sich rein, schreibt eine Nachricht zurück, bekommt wieder eine etc… Sandra schaut sich das ganze eine Weile mit an, als sie Erik fragt: “Könntest du bitte das Handy zur Seite legen?” Erik antwortet daraufhin: “Wir schauen doch sowieso nur Fern!”  “Wer ist das überhaupt?” “Niemand.” “Das sieht aber nicht aus, wie Niemand!” Erik ist schon etwas aufgebrachter: “Mensch, was ist eigentlich dein Problem?”

“Mein Problem ist, dass du mit einer fremden Frau schreibst, mit der du ganz offensichtlich mehr Spass hast, als mit mir, deiner Freundin!” “Dass du bei allem immer gleich so ein riesen Ding draus machen musst, das nervt mich so an dir!”

Und wie es weitergeht, bleibt deiner Phantasie überlassen. Du magst mir vielleicht zustimmen, dass dieses Gespräch nicht ganz aus der Luft gegriffen ist, sondern ein überaus realistisches Szenario eines Sonntagabend widerspiegelt.

Was ging wohl in Sandras Kopf vor, als sie sah, dass Erik einer unbekannten Frau schrieb: “Wer ist diese Frau? Er hat mir schon lange keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt und gelacht haben wir zusammen auch schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Und jetzt schreibt er dieser Kuh auch noch zurück an UNSEREM Sonntagabend. Das kann ja wohl nicht wahr sein! Bin ich ihm so unwichtig geworden?”

Und Erik dachte wohl: “Jetzt regt die sich schon wieder auf, nur weil mir Julia ein witziges Bild geschickt hat. Wenn sie sich nicht STÄNDIG so aufregen würde, dann würden wir uns auch nicht so oft streiten. Und wieso regt sie sich denn so künstlich auf? Wir schauen doch eh nur fern”?

Wie du wahrscheinlich gemerkt hast, möchte ich auf folgenden Punkt hinaus: Unser Verstand, unsere Denkmaschine ist darauf konditioniert, dass Gesagte zu prozessieren, es zu verarbeiten und damit auch zu beurteilen. Das Problem am Reden ist, dass wir mit Mitteln der logischen Verstandesebene versuchen, Inhalte auf der emotionalen Herzensebene zu übermitteln.

Das “Mag sein” unseres Glückspilzes kann dir vielleicht helfen, eben jenen Prozess zu unterbrechen, der deine Denkmaschine in Gang setzt und damit die Herzensebene blockiert. Verstehe mich nicht falsch, das “Mag sein” ist keine Antwort auf die Frage von Sandra zu Erik mit wem Erik schreibt. Es ist viel mehr eine Antwort zu dir selbst und deinem Inneren Dialog. Eriks Verstand möchte das gesagte von Sandra beurteilen und kommt schließlich dazu, dass Sandra ihn nervt. Und im Moment des Erkennens des Urteiles, kannst du zu dir das nächste mal sagen “Mag sein, dass sie nervt, aber ich bleibe offen dafür, was sie mir eigentlich mitteilen möchte.”

Wenn Erik urteilsfrei bleibt, kann er auf die Eingangsfrage von Sandra antworten: “Was stört dich denn daran, dass ich mit meinem Handy schreibe?” “Na dass du nicht bei mir bist, sondern bei jemand anderem…” “Achso…”

Wenn Sandra urteilsfrei bleibt und nach ihrem Urteil über die andere Frau zu sich sagt: “Mag sein, dass sie eine blöde Kuh ist, aber ich habe nicht alle Informationen” kann sie antworten: “Du, Erik, ich fühle mich momentan nicht mehr so wohl in unserer Beziehung…”

Ich will diese Gespräche hier nicht so weit ausführen. Es ist mir wichtig, dass du verstehst, dass das Problem dadurch nicht gelöst ist, aber die Kommunikation durch deine Urteilsfreiheit eine ganz andere Qualität bekommt und sich auf eine andere Ebene verschiebt, die für Beziehungsgespräche wesentlich zielführender sind.

Diesen Artikel möchte ich mit drei wesentlichen Essenzen (oder Affirmationen) des Textes abschließen:

  1. Lass das Wollen nicht deine Beziehung regieren
  2. Gib Aggressionen keine Projektionsfläche
  3. Bleibe urteilsfrei

Bis bald!

Dein Beziehungshelfer

 

 

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